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Zur Einfiahrung
 
Die ,,Marienerscheinungen in ex Jugoslawien" finden in der Öffentlichkeit ein immer größeres Interesse. Von vielen Seiten wurde daher an uns die Bitte herangetragen, eine Kleinschrift zu veröffentlichen, in der die wichtigsten Ereignisse wahrheitsgetreu geschildert sind. Dies scheint uns auch deshalb notwendig, weil in letzter Zeit versehiedene falsche und sich widersprechende Berichte in Umlauf kamen. Somit kann these Kleinschrift eine wichtige Aufgabe erfüllen, und vielen interessierten Lesern wird sie zudem eine willkommene und lehrreiche Lektüre sein.
 
Als Informationsquelle diente vor allem das Buch des Kroatische Priesters Marijan Ljubic, das schon in mehreren Anflagen im Miriam-Verlag, D-7893 Jestetten, erschienen ist. Es trägt den Titel:
 
"Die Erscheinungen der Gottesmutter in Medjugorje"
 
Der folgende Bericht möchte auf keinen Fall einem kirchlichen Urteil vorgreifen. Die Kirche muß in einem verantwortungsreichen Prüfungsverfahren jedes Detail einer Marienerscheinung geprüft haben, ehe sie ihr Einverstandnis geben kann. Dies ist vor Abschluß der Erscheinungsphänomene überhaupt nicht möglich.
Wir möchten in aller Klarheit betonen, daß wir uns diesem kirchlichen Urteil anschließen und unterordnen. Dennoch sei es erlaubt, um allen Gerüchten zu begegnen, einfach die wichtigsten Tatsachen darzulegen, so, wie sie von den Augenzeugen erzält werden.
Der Ort Medjugorje ist ein Dorf  nahe Mostar. Die nächstgelegenen Großstadte sind Sarajevo, Split und Dubrovnik. Die Region heißt Westherzegowina. Dieses Gebiet gilt als eine der treuesten katholischen Glaubensinseln in ex kommunistischen Jugoslawien, obwohl das Gebiet von 1482 - 1878 unter den Türken schwerstem islamischen Druck ausgesetzt war.
Die Seelsorge wurde von dieser Zeit an von Franziskanern getragen. Diese betreuen bis heute die Pfarrei Medjugorje, zu der neben dem Hauptort Medjugorje noch mehrere kleine Dorfer gehoren: Bijakovici, Miletina, Vionica und Surmanci. Der kroatische Name "Medjugorje" laßt sich ins Deutsche übersetzen: "zwischen zwei Bergen". Diese säumen tatsächlich das Dorf auf zwei Seiten: ,,Krizevac" heißt der eine Berg, zu deutsch ,Kreuzberg". Auf ihm steht seit 1933 ein 12 Meter großes Betonkreuz, das die Pfarrangehörigen damals zum eintausendneunhundertsten Jahrestag des Sterbens Jesus errichtet haben. Es lockte bis vor kurzem am Fest Kreuzerhöhung im September bis zu 70 000 Menschen zur Gipfelmesse an. Der andere Berg heißt ,Crnica", zu deutsch "etwas Schwarzes". Auf ihm begannen 1981 die Marienerscheinungen, die bis heute anhalten.
Die Pfarrei Medjugorje hat in den letzten Jahrzehnten 19 Priester, 20 Ordensfrauen und drei Priesterseminaristen hervorgebracht. Die bäuerliche Bevölkerung, die, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, immer unter schwerer Verfolgung stand: zuerst der türkischen, dann der nationalsozialistischen und bis heute der kommunistischen, hat sich im Religiösen nie einen Traditionsglauben leisten können ("ich glaube, weil die anderen glauben"). Glaube ist dort bis heute Entscheidungsglaube ("ich glau- be, weil ich mich für Gott entschieden habe").
Der Verdacht, das Gebiet könnte denkbar rückständig sein, ist äußerst falsch: nicht nur die über halb Mitteleuropa verstreuten Gastarbeiter "erweitern den Horizont", sondern auch eine Menge von vielfältig geschulten Facharbeitern und Akademikern halten die Verbindung zur neuen Zeit aufrecht.
In den vergangenen acht Jahren haben etwa 15 Millionen Menschen als Waflfahrer Medjugorje besucht.
 
Die dramatischen ersten Wochen
 
Marienerscheinungen waren das Letzte, womit die Kirche und die Bevölkerung ex Jugoslawiens gerechnet hatten. Doch Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken. Maria setzte ihren Fuß auf ein kommunistisch regiertes Land, um der Welt eine wichtige Botschaft zu bringen. Es ist der 24. Juni 1981, der Festtag des hl. Johannes des Täufers, ein Feiertag, etwa um siebzehn Uhr. Zwei Mädchen, Ivanka Ivankovic (geb. 21.6.1966) und Mirjana Dragicevic (geb. 18.3.1965) spazieren oberhalb ihres Dorfes Richtung Schafweide. Da sieht eine der beiden, Ivanka, am Berghang etwas Glänzendes. Sie schaut naher hin und sieht: Es ist eine junge leuchtende Frau. Noch ohne einen Gedanken gefalßt zu haben, hat sie zu ihrer Begleiterin die Worte geäußert:
 
"Schau, die Gospa!" (Gospa ist der kroatische Name für Mutter Gottes).
 
"Na, was für eine Gospa denn? Schweig lieber, sonst könnte noch jemand hören, was du sprichst! Wie könnte uns die Gospa erscheinen?"
Damit ist das Gespräch beendet. Die beiden Mädchen gehen heim. Sie sind freilich etwas beunruhigt und erzählen ihren Angehörigen davon.
Abends wollen sie die Schafe holen und kommen mit einem dritten Mädchen namens Milka an dieselbe Stelle:
"Die Gospa ist wieder da!" Da kommt ein viertes Mädchen, Vicka, ihre Freundin, den Weg auf sie zu.
"Komm schnell her!" schreien die drei in großer Anfregung: "Sieh, die Gospa!"
Vicka läuft jedoch schnell davon, weil sie meint, sie sähen eine Schlange. "Was ist los, eine Schlange?" ruft Vicka noch aus der Entfernung.
"Nein, keine Schlange!"
Unten am Berg kommt der sechzehnjährige Ivan Dragicevic (geb. 25.5.1965) des Weges. Er trägt ein paar Apfel in einer Plastiktüte. Bei ihm ist noch ein alterer Junge, Ivan (Jozo)Ivankovic. Vicka Ivankovic (geb. 3.9.1964) bittet die beiden eindringlich, rnit ihr den Berg hinaufzugehen, um zu schauen, was denn oben bei den drei Mödchen los sei.
Oben angekommen stehen die drei noch immer in großer Erregung stumm da und zeigen auf die Erscheinung.
Auch sie sehen nun die Gospa.
Erschrocken wirft Ivan seine Äpfel weg, springt über den Zaun und eilt davon. Ivan (Jozo) Ivankovic sieht die Erscheinung unklar, nur wic einen Lichtschein. Er fühlt sich ,zu alt" gegenüber den anderen Seherkindern und kommt an den folgenden Tagen nicht mehr.
Die vier Mädchen und Ivan können zu Hause ihre Erregung nicht verbergen und erzählen das Erlebte bei allen Nachbarn. Die Reaktion ist Gelächter. Kaum jemand will ihnen Glauben schenken.
 
Am 25. Juni
 
gehen Mirjana, lvanka, Vicka und Ivan wieder zu der Stelle. Mit ihnen gehen die beiden Kinder Jakov Èolo, (geb. 6.3.1971) und Marija Pavlovic (geb. 1.4.1965), die ihrer Erzählung geglaubt haben.
Aus der Ferne erblickt lvanka die Gestalt, die ihnen zuwinkt, zu kommen. Sie laufen hin.
Alle sechs sehen die Erscheinung mit ausgebreiteten Armen. Einige Dorfbewohner sind auch mitgegangen. Manche von ihnen sehen dreimal einen Lichtblitz und erfahren dadurch, daß hier etwas Besonderes geschicht. Milka fehlt. Sie muß der Mutter zuhause helfen. Statt ihr ging ihre Schwester Marija mit.
Als die Kinder nahe vor der Gottesmutter stehen, weinen sie vor Erregung. Dann knien sie hin und beten.
Ivankas Mutter war vor zwei Monaten gestorben. Das Mädchen wagt es, die Erscheinung anzusprechen mit der Frage, wie es ihrer Mutter gehe.
Die Gospa: "Es geht ihr gut. Sie ist bei mir. Du brauchst dir keine Sorgen um deine Mutter machen!"
Dann bittet Mirjana, ein Zeichen zu hinterlassen, damit man ihren Worten eher glaubt. Die Gospa nickt mit dem Kopf und sagt, daß sie wiederkommen werde.
 
Dritter Tag, Freitag
 
Die Kinder sehen die Gestalt etwas höher am Berg. Zwischen ihnen ist ein fast undurchdringliches Gestrüpp von Dornen und spitzen Steinen und löchern im Gelände. Die Kinder laufen mit einer so blitzartigen Geschwindigkeit durch these Hindernisse hindurch, ohne sich zu verletzen, daß die ersten Zuschauer des Dorfes zu glauben beginnen. Diesmal besprengt Vicka die Gestalt mit Weihwasser und sagt dabei: "Wenn du die Gottesmutter bist, bleib da. Wenn du sie nicht bist, geh weg!"
Die Dame lächelt nur. Ivanka stellt wieder Fragen nach ihrer verstorbenen Mutter: "Hat sie uns denn nichts ausrichten lassen?" - "Doch, sie hat gesagt, ihr sollt der Großmutter folgen und ihr helfen, weil sie alt ist!"
Mirjana fragt, wer sie sei. Sie antwortet: "Ich bin die selige Jungfrau Maria."
Dann fragen die Kinder, warum sie denn ausgerechnet zu ihnen komme. Sie seien doch wirklich nichts Besonderes. Antwort: Die Gottesmutter sucht nie die Besten. Sie will unter den Glaubigen sein. Sie möchte, daß sich das Volk bekehrt und auf den rechten Weg zurückkehrt, solange dazu noch Zeit ist.
In der Bevölkerung hat sich das natürlich blitzschnell herumgesprochen. Bereits bei der dritten Erscheinung sind über 1000 Leute anwesend. Viele sehen am Beginn der Erscheinung dreimal hintereinander einen Lichtblitz. Die Gottesmutter selber sehen sie aber nicht. Sie sehen, daß die Kinder mit jemand Unsichtbarem reden, aber sie verstehen davon kein Wort; sie sehen nur, daß sich ihre Lippen bewegen.
 
Bereits am 4. Tag
 
tritt die kommunistische Behörde auf den Plan. Die Seher werden verhört und dann zur Untersuchung zu den Ärzten nach Èitluk gebracht. Diese erklären sie für ganz gesund und normal.
 
Am fünften Tag, Sonntag,
 
sind bereits 15 000 Menschen da. Mit dieser Menge hat das Regime niemals gerechnet. Die wenigen Polizisten und Soldaten sind machtlos, künnen nur zuschauen.
 
Am sechsten Tag
 
setzt die kommunistische Behörde aber einen Schachzug, der ihrer Meinung nach den "wunderbaren Ereignissen Schnell ein natürliches Ende bereiten muiß "Die Seher müssen zum Psychiater nach Mostar. Entweder Rauschgift oder der Nachweis einer psychischen Erkrankung muß zur Erklärung dienen. Aber das psychiatrische Untersuchungsergebnis lautet: Alle sechs sind kerngesund und völlig normal.
 
Am siebten Tag
 
greift die Behörde zu einem neuen Trick: Zwei junge Damen, von denen eine durch ihre Herkunft aus Bijakovici den Sehern vertrauenswürdig erscheinen muß (die andere stammt von der kommunistischen Landesregierung in Sarajevo), laden die Seher zu einer Autorundfahrt ein. Nichtsahnend nehmen fünf von ihnen im Fahrzeug Platz. Erst auf dem Weg wird ihnen klar, warum sie so großartig bewirtet und herumkutschiert werden: Sie sollen vom Erscheinungsort ferngehalten werden. Aber als der Zeitpunkt der Erscheinung gekommen ist, rufen alle fünf (der sechste ist nicht mitgefahren) gleichzeitig: "Stop!" Die Damen halten am Straßenrand. Die Seher steigen aus, entfernen sich ein wenig, beten und fallen auf die Knie. Die Darnen zünden sich eine Zigarette an; aber die Zigaretten fallen ihnen schnell aus den Händen: Ein Lichtblitz erschreckt sie. Die zwei Damen haben nur noch einen Wunsch: So rasch wie möglich weg aus Medjugorje, und sie wurden dort nie mehr gesehen!
 
Pater Josef Zovko
 
ist erst acht Monate Pfarrer in Medjugorje. Er ist tief religiös. Vom 17. bis 24. Juni hält er in der Nähe von Zagreb (ca. 400 km Entfernung) einen Exerzitienkurs. Während dieser Zeit zerstart in seiner Pfarrei ein Blitzschlag das kommunistische Genossenschaftsgeblude und äschert es samt Diskothek und Postamt ein. Mehrmals versucht der Pfarrer, seine Pfarrei anzurufen: Die Telefonanlage ist zerstört, er bekommt keine Verbindung.
Bei seiner Rückkehr stößt er auf die schwarzverbrannte Ruine - und gleichzeitig auf eine Masse Menschen vor dem Pfarrhaus.
"Was wollen denn all die Leute da?"
"Die Muttergottes erscheint in unserem Dorf seit drei
Tagen!"
"Wie bitte? Was erzählt ihr mir da?"
Pater Zovko ist geschockt. Weil er erst so kurz in der Pfarrei ist, kennt er die Seher und ihre Familien kaum. Er ist Mitglied der charismatischen Erneuerung. Aber von den sechs Sehern ist bis jetzt noch niemand bei seinen Gebetskreisen gewesen.
Pater Zovko vermutet nichts anderes, als daß die kommunistischen Behörden hinter dieser Sache stecken mit dem Ziel, ihn in Schwierigkeiten mit dem Regime zu bringen. Aber es könnte auch sein, daß die Jugendlichen Rauschgift genommen haben. Er verhort alle sechs hintereinander in einem Zimmer des Pfarrhauses und nimmt jedes Gespräch mit Tonband auf, so daß er die Möglich- keit hat, die Gesprtäche der einzeinen wortgetreu zu vergleichen. Die Intelligenz und die frische, ungezwungene Art ihres Sprechens lassen all seine Vermutungen in sich zusammenbrechen.
"Sind die Kinder geisteskrank? - Gewiß nicht."
"Dann könnte vielleicht der Teufel als Ursache dahinter stehen!" Er findet keine Antwort auf seine Fragen.
 
 
Das Ringen des Pater Zovko
 
Pater Zovko sieht täglich größere Menschennmassen zum Erscheinungsort pilgern. Er geht nicht mit. Er bleibt eisern allein in seiner Kirche und betet. Scharfsichtig erkennt er die oberflächliche Sensationsgier im Volk und auch bei den Mitpriestern.
"Kann so etwas dem Glauben dienen?" fragt er sich. Wenn die Menschenmassen vom Erscheinungsort zurückströmen, an seiner Kirche vorbei, hört er sie lachen und fluchen. (Fluchen ist ein kroatisches Nationallaster; es gibt keinen würzigen Gesprichsabschluß ohne ein paar saftige Flüche!)
"Soll das vom Geist Gottes sein?"
Die Verantwortung erscheint dem Pfarrer erdrückend wie eine Tonnenlast. Obendrein ist er den kommunistischen Behörden schon lange ein Dorn im Auge. Welcher Strick dreht sich da für ihn und die ganze Kirche zusammen!

In äußerster Not schließt er sich Stunde um Stunde in seiner Kirche ein. "Gott, nur Du kannst uns hier noch einen Ausweg zeigen!"

In der Zwischenzeit - nach dem Mißlingen der Psychiatrierung der sechs Seher und dem Mißlingen der ,,Spazierfahrt" - ist die Miliz aggressiver geworden. Die Seher werden verhaftet, verört, freigelassen, unter Hausarrest gestellt. Vor jeder Tür wachen mehrere Milizsoldaten. Unter allen Umständen soll ein Zusammentreffen der sechs Jugendlichen mit den Menschenmassen am Berg vermieden werden.
Aber wenn die Erscheinungszeit naht, springen die Jugendlichen beim Fenster hinaus, schlüpfen unter den gespannten Drähten der Weinreben hindurch, wo ihnen die Miliz nicht so schnell folgen kann, und sind wieder am Erscheinungsplatz.
Verhaftung! Drohung mit den Maschinenpistolen am Polizeirevier: "Glaubt ja nicht, wir tragen das zum Schmuck! Hier kommt ihr nicht mehr lebend heraus. Damit knallen wir euch nieder!"
Die sechs Jugendlichen lachen nur. Freilassung. Am nächsten Tag sind sie wieder bei der Erscheinung. Die Eltern werden verhaftet. Und die Menschenmassen strömen weiterhin, immer mehr anwachsend und von immer weiter her kommend, zweimal täglich an der Kirche von Medjugorje vorbei, in der Pater Jozo Zovko einsam betet.
 
30. Juni nachmittags
 
"Gott, ich bin am Ende. So gib mir doch ein Zeichen!"
Plötzlich hört der Priester eine ganz klare Stimme, obwohl niemand im Raum ist: "Geh hinaus und nimm die Kinder in Schutz!"
Er gehorcht, verläßt die Kirchenbank, öffnet die Tür, tritt hinaus. Er kommt nur einen Schritt weit, da fliegen ihm alle sechs Seher wie ein Bienenschwarm entgegen: "Bitte, versteck uns! Die Milizen jagen uns!"
Pater Zovko sperrt sie in ein unbewohntes Zimmer seines Pfarrhauses: "Ihr müßt euch mucksmäuschenstill verhalten!"
Die Milizen rennen am Pfarrhaus vorbei, schöpfen keinen Verdacht. Pfarrer Zovko halt im Freien Wache. Während dieser Zeit erscheint die Jungfrau Maria im Pfarrhaus. Später erzählen ihm die Kinder alles.
Weil der jugoslawische Kommunismus im Inneren der Kirchenräume ziemliche Freiheit zugesteht, läßt Pater Zovko durch die Kinder die Gottesmutter bitten, ob sie denn nicht innerhalb der Kirche erscheinen könnte. "Gut, ich werde in der Kirche erscheinen", ist die Antwort anderntags. Augenblicklich spricht es sich herum.
Es ist der 2. Juli, Fest Maria Heimsuchung. Die bis jetzt immer zu groß gewesene dreischiffige Kirche von Medjugorje ist gestoßen voll und der Platz vor der Kirche ebenso.
Pater Zovko betet den Rosenkranz vor, hört Beichte, predigt, hält hl. Messe. Ist das noch seine Pfarrei? Statt der trägen Gleichgültigkeit herrscht jetzt gespannte Aufmerksamkeit, Ergriffenheit in der Menge.
 
Drei Fasttage - kein Fluchen mehr
 
Pater Zovko läßt die Kinder selber vor dem Volk Zeugnis ablegen und alles authentisch erzählen. Der kleine Jakov muß ganz auf die Altarstufen gestellt werden, damit ihn die Leute sehen. Den Menschen stehen die Tränen in den Augen.
"Seid ihr damit einverstanden", ruft Pater Zovko in die Menge hinein, "daß wir alle miteinander drei Tage lang bei Wasser und Brot fasten, damit die Macht der bösen Geister bei uns gebrochen werde?" Alle rufen: "Ja, wir nehmen es an!"
Drei Tage lang steigt aus keinem Kamin Rauch auf. Nirgends wird gekocht. Keine Kantine verkauft ein Essen, kein Gastlokal erhält Besuch. Und noch etwas haben die Menschen untereinander ausgemacht: "Wer in Zukunft noch flucht, zahlt Strafgelder in eine gemeinsame Kasse." Das Geld wird später dem Pfarrer gebracht, das Fluchen hört rasch auf.
Die Menschenmassen steigern sich. Immer mehr Priester kommen. Die Gläubigen stehen jetzt in der Kirche so dicht, daß erst nach dem Schluß der hl. Messe ein Kommunionempfang möglich ist; denn vorher kann sich niemand mehr rühren.
Die Gospa hatte gebeten, täglich sieben Vater unser, Gegrüßet seist du Maria, Ehre sei dem Vater und das Glaubensbekenntnis zu beten. Täglich beten es die Seher vor. Dann auch noch den ganzen Rosenkranz. Sehr viele Kranke kommen und bitten um persönliches Fürbittgebet der Seher und Gläubigen.
Jeden Tag gibt ein Pater eine ganz kurze Einführung in
die Erscheinungen und in die Botschaft der Gospa.
Immer mehr, von immer weiter her, aus immer entlegeneren Winkeln ex Jugoslawiens kommen die Menschen, viele 60 und 80 Kilometer weit zu Fuß, sogar barfuß. Es kommen Katholiken, Orthodoxe und Moslems. An Maria Himmelfahrt sind 25000 Menschen versammelt.
Die Polizei läßt die Autos nur noch auf ein bis zwei km an die Pfarrkirche heranfahren. Dadurch entsteht erst recht eine Gebetsatmosphäre im gesamten Bereich des Gotteshauses.
Ganz Medjugorje fastet von nun an jeden Freitag bei Wasser und Brot, und die hemkehrenden Wallfahrer tragen die am Gnadenort erlebte Freude am Beten nach Hause und beginnen dort ebenfalls in einem neuen Eifer und in einem neuen Geist ihr Christsein.
 
Ruf zur Umkehr und Buße
 
Die Bevölkerung ist arm und lebt bescheiden und zufrieden. Der Ruf der Gospa wird von der ex jugoslawischen Bevölkerung als Ruf zur Umkehr und Buße verstanden und befolgt. Bis Oktober 1981 waren 500 000 Menschen gekommen und 100 000 haben gebeichtet. Am meisten aber ist es der Geist der Liebe und der Herzlichkeit, der heute dem Besucher ins Auge fällt. Wieviele Tausende Pilger wurden umsonst verköstigt und haben umsonst übernachtet!
Weltweit haben die Menschen den Ruf der Muttergottes verstanden und tausende von Gebetsgruppen gegründet.
 
Verbote, Hausdurchsuchung, Verleumdungen
 
Am 12. August verbieten die Behörden das Betreten des Erscheinungsberges. Am 17. verhaften sie Pater Zovko. Dann werden einen ganzen Tag lang das Pfarrhaus und die Kirche durchsucht, und alles Geld, ob Spenden, Messengeld oder Haushaltsgeld, wird beschlagnahmt. Die in Medjugorje anwesenden Ordensfrauen werden einer Leibesvisitation unterzogen.
Erstaunlicherweise geben die Behörden nach einiger Zeit das Geld zurüick. Die Personen, die es an sich genommen hatten, waren durch Alpträume gequält worden.
Von nun an bricht eine Flut wüstester Verleumdungen in den Medien los gegen Medjugorje gegen Pfarrer Zovko und gegen den Bischof von Mostar. Als aber die Behörde erkennt, daß sie damit die Neugier des Volkes erst recht anstachelt und selber Propaganda für die Gospa macht, hört die Berichterstattung im September schlagartig auf.
Pfarrer Zovko blieb zwei Jahre im Gefängnis und wurde dann auf eine weit entfernte Pfarrei versetzt. Zur Zeit ist er in der Nähe von Medjugorje. Die Herausgeber einer kirchlichen Zeitschrift, die von den Erscheinungen berichtet haben, erhalten acht und fünf Jahre Gefängnis.
 
Was ist die Botschaft der Gottesmutter?
 
Bekehrung, Glaube, Gebet, Buße, Versöhnung, Vergeben, Frieden! "Ihr sollt den Glaubigen sagen, ich brauche ihre Gebete, die Gebete des ganzen Volkes. Man soll möglichst viel beten und Buße tun, weil noch zu wenige Menschen sich bekehrt haben. Es gibt viele aus dem christlichen Volk, die noch heidnisch leben."
Die Aufrufe sind dringlich: "Die Zahl der Bekehrten genügt nicht. Kehrt um, solange es noch Zeit ist!"
Die Gospa spricht von den vielen Spannungen zwischen den Menschen, zwischen einzelnen, Familien, größeren Gemeinschaften bis hinauf zu den gefährlichen Spannungen zwischen den Staaten.
Viele Christen sind nur im Taufregister eingeschrieben und erinnern sich gar nicht mehr daran, daß sie Christen sind. Andere gehen zwar noch zur Kirche, aber sie tun dies ohne bewußten Glauben. Alle müssen sich bekehren.
Viele Christen haben das Beten völlig aufgegeben. Die sieben Vater unser, Gegrüßet seist du Maria und Ehre sei dem Vater sind ein Minimum. Außerdem muß das Gebet ,,bewußt" und mit dem Herzen vollzogen werden.
Das Fasten ist in der christlichen Praxis ganz verschwunden. Das ist ein schwerer Verlust. Es soll wieder geübt werden. Die Gospa empfiehlt ausdrückliches Freitagsfasten bei Wasser und Brot.
Aufgabe der Priester ist der Glaube und das Wachen über den Glauben des Volkes. "Tut eure Pflicht gut! Tut, was die Kirche von euch verlangt, gut! Durch das Gebet erreicht man alles."
Am Fest "Unbefleckte Empfgingnis ", 8. Dezember, kam die Gospa nicht, wie erwartet, freudestrahlend, sondern in tiefem Ernst. Sie kniete nieder und betete mit ausgebreiteten Armen: "Mein innigstgeliebter Sohn, ich bitte dich, verzeihe der Welt die schweren Sünden, durch die sie dich beleidigt."
Für die Zukunft versprach die Gospa ein bleibendes, sichtbares und greifbares Zeichen am Erscheinungsberg als Echtheitserweis ihrer Botschaften. Zeitpunkt und Art dieses Zeichens sind den Sehern bereits bekannt, jedoch als Geheimnis, das sie noch niemandem sagen dürfen.
In der Zwischenzeit sind am Berg Krizevac von vielen Menschen andere Zeichen gesehen worden: ein Sichdrehen des Betonkreuzes, geheimnisvolles Licht oder Feuer am Kreuz- oder Erscheinungsberg (mehrmals sind schon die Behörden mit der Feuerwehr ausgerückt; auch sie sahen den Schein, fanden aber keine Ursache) und eine Lichtgestalt, die umrißhaft die Gospa darsteilt.
Diese bisher gegebenen Zeichen nannte die Gospa "Zeichen für diejenigen, die nicht glauben". Das große Zeichen wird spater kommen, aber es wird bald sein.
Allen sechs Sehern werden im Laufe der Erscheinungszeit zehn Geheimnisse anvertraut. Mirjana und Ivanka haben bis jetzt alle 10 Geheimnisse mitgeteilt bekommen, und somit haben für these beiden Seher die offiziellen Erscheinungen aufgehört. Die Gospa erscheint ihnen jedoch noch privat, aber nur ein - bis zweimal jahrlich, an einem bestimmten Tag. - Jeder Versuch, mit List oder
Zwang die Geheimnisse aus den Sehern herauszulocken, sind bis jetzt mißlungen, auch beim kleinen Jakov.
Für den 25. Juni hat die Gospa ein Fest gewünscht:
 
"Maria, Konigin des Friedens".
 
Außer den Parteifunktionären zweifelt heute niemand in Medjugorje an der Echtheit der Erscheinungen. Man spricht nicht mehr darüber, man lebt ihre Botschaft: Umwandlung, Versöhnung, Freude des Herzens sind die für jeden Besucher mit Händen greifbare neue Wirklichkeit. Viele Pfarrkinder, denen früher eine halbe Stunde Gebet unerträglich schien, beten heute wie selbstversttindlich den ganzen Marienpsalter und besuchen die heilige Messe.
Viel Zeit während der täglichen Erscheinungen vergeht mit gemeinsamem Gebet der Gospa mit den Sehern.
Die ungemein innige Gemeinschaft der Sechs mit ihrer ,,guten Mama" ist so herzlich, daß man es fast nicht glauben kann. Die Madonna nennt sie "andjeli moji". das heißt "meine Engel" Die Seher können buchstäblich alles aus ihrem jungen Leben mit ihr besprechen.
Die Gospa geht auf alles ein. Der kleine Jakov stellt dabei manchmal so kindliche Fragen, daß die fünf anderen schallend lachen müssen: - ein ängstlicher Blick, ob es die Madonna gekränkt hat? Nicht im geringsten, sie lächeit liebevoll mit.
 
Ständiger Kontakt mit der Gospa
 
Wenn die Seher in Sarajewo, Mostar, Zagreb und Medjugorje getrennt sind, erscheint die Gospa jedem einzeln. Als Ivan ins Knabenseminar kam, vermißte er die anderen und fragte oft die Gospa nach ihnen. "Meine Engel tun ihre Buße gut", war die ihm oftmals gegebene Antwort.
Zweimal zeigte die Gospa den Sehern das Paradies, einmal allen zusammen und einmal dem Jakov und der Vicka allein.
Diese, zwei Cousins, waren allein im Zimmer. Die Gospa erschien, nahm sic an der Hand und >>einfach ins Paradies mit<<. Als Minuten später die Mutter ins Zimmer kam, war es leer, obwohl die Kinder den Raum weder durchs Fenster noch durch die Tür veriassen haben konnten. Zwanzig Minuten später waren die Kinder wieder da. Solche Dinge und solch unfaßbare Vertrautheit zwischen Himmel und Erde sind für uns erdverhaftete Christen ein schwer verdaubarer Brocken.
Als die Gospa den Sehern die Hölle zeigte, fragte sie vorher, ob sie damit einverstanden seien. Zwei lehnten es ab. Da sahen die Hölle nur vier. Die gezeigten Einblicke in die jenseitige Welt haben aber ihren ganz berechtigten Sinn: "Das ist das Ziel, dem all euer Einsatz gilt. Und das ist die Gefahr und das Unglück, vor dem ihr so viele Menschen durch euer Beten und Bußen retten dürft!"
Einmal bittet die Gospa die Seher darum, eine ganze Woche bei Wasser und Brot zu fasten. "Wir versprechen es", antworten die Kinder.
"Ihr seid meine Engel", antwortet die Gospa und küßt die Kinder auf die Stirn. Welche Vertrautheit!
In der Entwicklung ihrer Persönlichkeit haben die sechs seit den Erscheinungen ungemein gewonnen. Das ist das einhellige Urteil aller, die sie kennen. Aber in den Kreuzen, Schwierigkeiten und Problemen ihres jungen Lebens andert sich nichts. Wer vorher schwer lernte, lernt nach den Erscheinungen gleich schwer. Die schulischen Noten wurden bei keinem besser. "Ihr seid ungeduldig, meine Engel", sagt die Gospa einmal, als sie die Kinder wegen einer Sache sehr heftig bestürmten.
Unzählige Menschen haben bisher ihre Bitten, Nöte und Fragen über die Kinder an die Gottesmutter herantragen lassen, und unzählige Male haben sie über die Kinder eine detailierte Antwort erhalten - auch wenn die Kinder wegen der Menge der Anliegen einzeine Fragen vergessen hatten.
"Sag der Ordensfrau" - das Kind hatte die Frage zur Gospa noch nicht ausgesprochen - "daß ich ihre Frage gehört habe. Der tödlich verunglückte Bruder starb in der Gnade. Aber er braucht das Meßopfer und Gebet!"
Auf die Frage um Gesundung Kranker - dies sind die
häufigsten Fragen - antwortet die Gospa nie mit Versprechungen, sondern immer mit der Ermahnung zu Bekehrung, Gebet und Buße. (Fragen konnten nur in den ersten Jahren gestellt werden, jetzt nicht mehr.)
Die Seher haben überhaupt keine Starallüren angenommen. Sie geben mit einer kaum noch verstehbaren Geduld Fragenden und Neugierigen Antwort. Vicka wird zum Beispiel neben ihrer Feld- und Hausarbeit täglich wenigstens von 50 Personen aufgesucht, denen sie Rede und Antwort steht. Lächelnd, freundlich, herzlich.
Der Umgang mit den Gleichaltrigen ist völlig ungezwungen und frei. Auch der zwischen Jungen und Mädchen. Als eine alte Frau ihnen deshalb Vorwürfe machte, sagte Mirjana: "Die Madonna will keine heuchlerischen Frömmler!"
Taglich dauern die abendlichen Gottesdienste an die drei Stunden. Wenn alles vorbei ist - einschließlich der Zeit der Erscheinungen - gehen die sechs mit den Gleichaltrigen im Schwarm nach Hause, und niemand würde herauskennen, wer von ihnen die Begnadeten sind. Das erkennt man nur, wenn man sie von vorne sieht, während sie beten. Dabei sind heute alle Jugendlichen von Medjugorje fromm!
Es ist zu bedenken, daß die Seherkinder praktisch jeden Abend seit bald acht Jahren mit großer Andacht dem Gottesdienst beiwohnen. So etwas kann man nicht manipulieren. Der kleine Jakov würde gefragt, ob es ihm nicht lästig sei, jeden Abend mit der gleichen Person ein Treffen zu haben. Er sagte: "Doch, wenn da nicht die große Liebe wäre."
 
Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel
 
Professor Boguslav Lipinski aus Boston, USA, nahm in Medjugorje mit einem Elektroskop (Mod. BT 400 Biotech, Kanada) Messungen vor (15. bis 19. März 1985).
Die während bestimmter Gebete aufgezeichneten Starken sind extrem hoch. Dies, sowie ihr relativ rasches Verschwinden zeigen an, daß es sich nicht um Energie nuklearen Ursprunges handeln kann. So würden z.B. 100000 mR/h, die am 15. März 1985 registriert wurden, bedeuten, daß die Menschen im Innern der Kirche, wo die Messungen gemacht wurden, einer ionisierenden Strahlung von 100 rad/Stunde ausgesetzt gewesen wären. Die maximale zulässige Dosis betragt jedoch 0,1 rad/Tag. Folglich hätten these Leute, die häufig die Messe besuchen, an den Nachwirkungen der Strahlung zugrunde gehen müssen - was nicht der Fall war. Man rnuß daraus schließen, daß these Energie spirituellen Ursprungs ist. Bei Hockeyspielen und in Kirchen in den USA zeigte derselbe Apparat nur 20 bis 70 mR an. In der Kirche von Medjugorje wurde somit ein noch nie dagewesenes Ergebnis gemessen.
 
Medizinische, psychologische und geistliche Untersuchungen
 
Die Seher wurden mehreren medizinischen, psychologischen und geistlichen Analysen unterzogen.
Das Ergebnis: Die Erscheinungen sind weder ein Schlafnoch ein Traumzustand, noch eine Halluzination (im medizinischen bzw. pathologischen Sinn des Wortes). Dies ist durch die Elektroenzephalogramme und durch klinische Beobachtung wissenschaftlich ausgeschlossen.
Aufgrund der klinischen Untersuchungen der Seher in allen Phasen der Ekstase kann jedes klinische Anzeichen, das den bei individueller oder kollektiver Halluzination, bei Hysterie, Neurose oder bei pathalogischen Ekstasen zu beobachtenden Anzeichen vergleichbar were, ausgeschlossen werden.
* Auszug aus: R. Laurentin, H. Joyeux, Med. Untersuchungen in Medjugorje, Styria, S. 136, 137. Dieses Buch gibt hervorragend Auskunft über alle Untersuchungen.
 
Gibt es in Medjugorje Wunder?
 
Bis Ende 1988 wurden im Pfarramt Medjugorje mehrere Hundert Gebetserhörungen geheilter Personen gemeldet. Die Gottesmutter wünscht bei jeder Fürbitte für Kranke Gebet, Lebensbesserung, Buße und ausdrücklich Fasten bei Wasser und Brot. Die meisten Heilungen geschahen auf these Voraussetzung hin langsam fortschreitend. Wortwörtlich sagte die Gospa bezüglich Schwerkranker: "Auch die Naturgesetze können durch das Gebet, die Buße, das Fasten und den festen Glauben außer Kraft gesetzt werden."
Die ersten zwei aus Medjugorje bekannten Heilungswunder seien wortwörtlich zitiert:
 
1. Ein Greis, Jozo Vasilj, ist der erste, der auf die Fürbitte der Gospa in Medjugorje geheilt wurde. Acht Jahre vorher wurde seine linke Körperhälfte gelähmt. Das linke Auge erblindete und auch der linke Arm wurde ganz steif und bald über und über mit Wunden bedeckt, und zwar von der Schulter bis zur Handfläche. Sie schlossen sich die ganzen acht Jahre nie. Auf dem rechten Auge sah er nur so viel, daß er Tag und Nacht unterscheiden konnte. Nach vier Jahren erblindete er auch auf diesem voliständig und war so ganz und gar auf die Hilfe anderer angewiesen. Man mußte ihn überall führen.
Als er von den Erscheinungen am Berg gehört hatte, sagte er: "Ich werde euch sagen, ob das wirklich die Gospa ist oder nicht!" Er bat einen Nachbarn, ihm ein wenig Erde und Kraut von der Erscheinungsstelle zu bringen. Doch dieser wollte zuerst nicht. Auf sein Drängen tat er es dann doch. In einer Waschschüssel mischte es Jozo mit Wasser, wusch das Gesicht damit und betete dabei das Glaubensbekenntnis. Danach wusch er sich noch mit reinem Wasser, wischte sich mit dem Handtuch ab und sagte zu seiner Frau: "Du, Alte, ich sehe dich!"
"Sei doch nicht albern, wie könntest du mich sehen, wo du doch schon vier Jahre lang blind bist?"
"Schtimst du dich nicht, du, eine alte Oma, ohne Strümpfe herumzulaufen?" Das war seine Antwort.
Jetzt mußte auch sie an das Wunder glauben. Die Freude war unbeschreiblich. Dann wusch sich Jozo mit dem gleichen schlammigen Wasser auch den linken Arm von der Schulter an, wickelte ihn in ein Handtuch und wiederholte ebenso das Beten des Glaubensbekenntnisses. Am nächsten Morgen war keine Spur der Wunden mehr zu sehen. Der Pfarrer bezeugt die Wahrheit dieses Geschehnisses. Alle dort sagen, daß Jozo immer sehr fromm war. Auch jezt kann er oft in der Nacht nicht schlafen. Dann betet er den Rosenkranz und die Litanei: "Solange ich lebe, werde ich dem lie- ben Gott nicht genug Dank sagen können."
 
2. Kurz nachdem die Erscheinungen begonnen hatten, haben Eltern ihr gelähmtes Kind, den kleinen Daniel Setka (etwa fünf oder sechs Jahre) aus Krivodol, in der Umgebung von Mostar, gebracht. Die Seher haben ihn dann der Gospa empfohlen. Die Gospa schaute dieses Kind lange an und sagte: "Das Kind wird geheilt werden." Und das Kind wurde geheilt. Die Eltern haben die Bitten der Gospa nach Gebet und Umkehr erfüllt.
 
Ein Teil der Heilungen ist seelischer und geistiger Art: psychisch Kranke, Depressive, Schizophrene; wieder andere bestehen aus Freiwerden vom Alkohol. Die Masse der Wunder besteht freilich nicht in äufßerlich sichtbaren sensationelien Dingen, sondern in den Herzensbekehrungen, im Anderswerden, im Gläubigwerden, in der Lebensbesserung unzähliger Menschen.
 
Wenn der Beichtstuhl erzählen könnte Bände um Bände wüden sich in kürzester Zeit fallen. Viele kommen nach Medjugorje und reinigen zuerst ihr Inneres durch eine gute Beichte. Wenn die Kirche überfüllt ist, wird im Freien Beichte gehört. Der Beichtvater sitzt auf einem Stuhl, und das Beichtkind kniet sich auf die Erde. Oft wird rings um die Kirche herum auf these Weise Beichte gehört. Sogar bei größter Kälte saßen viele Priester draußen, und es schien wie ein Wunder, daß bei dem stundenlangen Beichthören kein Priester sich erkältete.
 
Und was sagt der Staat dazu?
 
Um die für ihn so peinliche Angelegenheit abzuwürgen, ist die Behörde nicht wählerisch in ihren Mitteln: Einschülchterung und Bedrohung der Seher, Verhaftung, Einsperren, Entführen, sogar Einschließen in die Totenkammer und psychiatrische Untersuchung.
Pfarrer Zovko bekam als ,Urheber der Erscheinungen" dreieinhalb Jahre Gefängnis, welche dann später auf ein- einhalb Jahre reduziert wurden. Lange Zeit war der Zugang zur Erscheinungsstätte gesperrt. Die Nächtigung von Pilgern, von der Bevölkerung mit so viel Herzlichkeit und immer unentgeltlich durchgeführt, war durch bürokratische Fußangeln nahezu unmöglich gemacht. Die Region gänzlich zu sperren hatte die Behörde nicht gewagt. Reisende wurden sehr oft schikanös untersucht. Bei geringsten Lapalien wurden ganze Busse zurückgeschickt.,
Jetzt sind diese Maßnahmen aufgehoben, da sich der Staat vom Besuch der auslandischen Pilger eine Devisenquelle verspricht.
Kommunistischen Parteimitgliedern, die die Erscheinungsstätten besuchten, wurde mit Parteiausschluß gedroht. Dies schien wenig Eindruck zu machen, denn auf these Androhung hin warfen Tausende am Erscheinungsort ihre Parteibüchlein weg und traten von selber aus. Nachteile im beruflichen Leben nahmen sie in Kauf.
Sowohl heiter als auch symptomatisch ist folgender Bericht aus der Anfangszeit: Weil die Neugierde viele Parteimitglieder auf den Erscheinungsberg getrieben hatte, wurde in einer Versammlung folgender Beschluß gefaßt: "Wer einmal an der Stelle war, dem vergibt man, als ob nichts geschehen wäre. Wer zweimal dort war, bekommt eine öffentliche Ermahnung. Wer dreimal dort war, wird auf der Stelle aus der Partei ausgeschlossen. - "Und wie oft waren Sie auf dem Berg, Genosse? - "Bis jetzt neunmal. Schließt mich also dreimal aus der Partei aus!"
 
Die weitere Entwicklung
 
Auf den Jahrestag der ersten Erscheinung, 24./25. Juni 1982, pilgerten ca. 100 000 Menschen nach Medjugorje, sehr viele zu Fuß, nicht wenige barfuß. Hundert Priester saßen Beichte. Dann weihte sich die ganze Menschenmenge dem "Unbefleckten Herzen Mariens". Somit steht Medjugorje treu zur Botschaft von Fatima. In Lourdes ist Maria jeweils am Morgen erschienen, in Fatima mittags. In Medjugorje erscheint sie jeweils am Abend, kurz vor der Nacht, wo niemand mehr wirken kann. Deshalb ermahnt sie eindringlich: "Bekehret euch schnellstens!"
Mehrere Male wurde die Gospa gefragt, warum die Erscheinungen so viel intimer und häufiger sind als z.B. in Lourdes und Fatima. Antwort:
 
"Weil das die letzten Erscheinungen sind. Ich bin zum letzten  Mal gekommen, um das Volk zur Umkehr zu bitten. Die Menschen sollen sich bekehren, solange es noch Zeit dafür ist!"
 
Stehen wir tatsächlich in der Endzeit? Hier scheiden sich die Geister. Niemand ist befugt, Vermutungen anzustelien über den weiteren Verlauf der Welt. Aber, daß angesichts der noch nie dagewesenen Rüstungsspirate und angesichts eines noch nie dagewesenen Glaubensabfalls der Himmel ein "letztes und intensivstes". Bemühen zur Rettung der sündigen Menschheit unternimmt, ist das so abwegig? Wäre Maria nicht eine "schlechte Mutter", wenn sie sich in der größten Weltkrise und Glaubensnot um ihre Kinder nicht kümniern würde?
Die Hi. Schrift spricht von der Frau, die der Schlange
den Kopf zertritt. Ist es verwegen zu glauben, daß Maria ausgerechnet heute zur großen Schlußoffensive angetreten ist? ... Und, daß gerade sie es sein wird, die den Siegesmarsch von Gottlosigkeit und Sittenverfall endlich aufhalten wird? Hat sie nicht in Fatima vorausgesagt: "Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren?"
Niemand weiß die Zukunft. Aber wer die Geschehnisse von Medjugorje unvoreingenommen betrachtet, muß zwei Dinge zugeben:
 
1. So etwas hat es wirklich in der Geschichte noch nie gegeben: daß sich Himmel und Erde so nahe kamen wie jetzt im kommunistischen Kroatien, und
 
2. niemand kann abschätzen, welche Ausmaße die Bekehrungsbewegung noch annehmen wird, die heute in der Herzegowina ihren Anfang genommen hat.
 
Die Gospa spricht von unserer Zeit als der Zeit der "Macht des Teufels". Diese wird "bald gebrochen" werden. Es wird durch "rasch hintereinanderfolgende Ereignisse geschehen." Dann wird das versprochene Zeichen am Erscheinungsberg zu sehen sein. Dann wird es "für viele aber zur Bekehrung bereits zu spät sein."
"Heute prüft der Teufel jeden Menschen. Es geht nicht ohne ein klares Nein zum Satan. Und dieses Nein ist wiederum nur möglich durch Umkehr, Gebet, Opfer und Sühne."
Für uns alle interessant ist sicher die Frage und die Antwort darauf, wie Gott so unbarmherzig sein könne, jemanden auf ewig in die Hölle zu werfen, da doch irdische Gerichte auch bei schweren Verbrechen immer nur zeitlich begrenzte Strafen aussprechen. Mirjana stellte an die Gospa diese Frage, und die Antwort darauf lautete: "Die Menschen, die in die Hölle kommen, denken nichts Gutes mehr. Sie fluchen nur und lästern und leben sich immer mehr in die Hälle hinein, aus der es kein Entrinnen gibt."
Verschiedene weitere Aussagen der Gospa über Fegfeuer und Hälle sind erschreckend ungeschminkt. Über die Beziehung Volk - Priester sagt die Gospa den sehr wahren Satz: In Deutschland, Osterreich und der Schweiz beurteilt das Volk den Glauben heute nur mehr nach dem, wie die Priester leben. Wenn diese versagen, glaubt man nicht mehr an Gott. Geht man der Priester wegen zur Kirche? Man geht doch Gottes wegen: zu Ihm betet man und auf Ihn hört man!
 
Der Inhalt der an die Seher gegebenen zehn Geheimnisse betrifft zum Teil äußerst schreckliche Geschehnisse (Mirjana), von denen nur noch ein Teil durch stürmisches Gebet abgemildert werden könne, der andere Teil nicht mehr; denn die Gottlosigkeit so vieler Menschen und die absolute Verweigerung jeglicher Einsicht oder Bekehrung lasse keine andere Möglichkeit mehr zu.
Die Gospa gibt genaue Verhaltensanweisungen für den Zeitpunkt, da these Geschehnisse eintreten: weil es kein Entrinnen gibt, müssen sich die Menschen darauf vorbereiten. Dies geschieht nicht durch Panik oder Furcht, sondern indem man sich ganz in die Hände Gottes gibt.
Jeder muß auf ein plötzliches Sterben vorbereitet sein. "Bekehrt Euch, solange es noch Zeit ist! - lhr könnt alles verlieren, nur Gott nicht." Die Priester müssen den Menschen helfen, daß sie Gott finden. Die große Gefahr kommt von der Gottlosigkeit. Diese ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz am weitesten fortgeschritten.
Wegen der akuten Gefahr fair den Weitfrieden nannte die Gospa sich die ,Königin des Friedens". Dies will sagen, daß sie den Menschen, die auf ihre Stimme hören und ihre Bitten erfüllen, den Frieden Christi vermittelt. Bevor es zu einem Frieden zwischen den Staaten kommt, muß der Friede erst im Inneren der Menschen beginnen. Dies ist aber nur möglich durch Glaube, Hingabe an Gott, Gebet, Buße und Fasten!
Die schrecklichen Geschehnisse der Zukunft stehen nur deshalb vor unserer Tür, weil die Menschheit so schlimm geworden ist. Heute gibt es viele fälsche Propheten.
Was über die Geheimnisse von den Sehern bisher gesagt worden ist, sind inhaltsschwere und bedrückende Worte. Sie besitzen von der Kirche her noch keine Gutheißung, sind also momentan noch außerhalb der Autorität kirchlicher Verktindigung. Wenn ihnen eine Autorität innewohnt, dann eine solche, die der Leser selber erkennen kann, indem er die heutige Weltwirklichkeit ihnen gegenübersteilt: Ist unsere Welt atomwaffenstarrend? Ist unsere moderne Wohistandsgesellsehaft von Christus so weit weg wie fast nie in der Geschichte? Ist die Gottlosigkeit zum Hauptübel des zwanzigsten Jahrhunderts geworden? Diese Frage möge der Leser selbst beantworten und dann möge er die Worte Mariens seiner persönlichen Antwort gegenüberstellen.
 
Eine Ausweitung der Erscheinungen und ihre Folgen
 
In letzter Zeit wurden in der Herzegowina sogenannte ,,Paralleferscheinungen" bekannt, das heißt, neue Marienerscheinungen vor anderen Kindern und zum Teil auch an anderen Orten.
Die Kirche wird dadurch vor eine schwierige und zusätzliche Aufgabe gestellt: nämlich zu prüfen, ob hier Medjugorje imitiert wird oder ob der Teufel dahinter steckt, oder ob Maria tatsächlich ihr Kommen vervielfacht, vielleicht, um dem kommunistischen Staat zu zeigen, daß er zwar die Seher und ihre Seelsorger einsperren kann, nicht aber sie selber.
Die in ihren Auswirkungen interessantesten Erscheinungen (alle anderen lassen wir bei diesem Kurzbericht völlig unberücksichtigt) dürfte das elfjährige Schufmädchen Jelena erlebt haben. Jelena stammt ebenfalls aus Medjugorje. Sie hört die Stimme Mariens innerlich, und wenn es sich bei ihr um Schauungen handelt, empfindet sie these nicht als von außen kommend, sondern in ihrem Inneren.
Die durch sie bekannt gewordenen Botschaften bestehen aus dringlichen Aufrufen zur Bekehrung der ganzen Welt:
"Mein Herz brennt nach euch. Bekehrung! Nur Bekehrung! Allen, allen meinen Kindern sagt dies, allen meinen Kindern!"
"Ihr wißt nichts über die Plane Gottes, und lhr werdet
weder wissen noch erahnen, was Gott schicken oder tun wird. Nur darum bitte ich: Bekehrt euch! Seid bereit für alles, was kommt, aber das Wichtigste ist: Bekehrt euch! Entsaget allem, vor allem der Sünde, denn das gehört zur Bekehrung!"
Bei der Bitte um Fasten sagte die Gospa: Fasten ohne eine Entsagung der schlechten Gewohnheiten genüge nicht. Es habe keinen Wert, zu fasten und gleichzeitig zu sündigen. Schlechte Gewohnheiten sind z.B. unmäßiger Kaffeegenuß und Alkohol, Fernsehen und Rauchen. Drogenkonsum und sündhaftes Leben soll gänzlich aufhören.
"Die hl. Messe ist das unblutige Versöhnungsopfer mit Gott, das der Priester im Namen und im Auftrag Jesus darbringt. Die Gläubigen sollen schon eine halbe Stunde vorher sich in ihrem Innern darauf vorbereiten, sich darauf einstellen."
Seit Karfreitag sehen ein zweites elfjähriges und ein fünfjähriges Mädchen die Gospa auf die gleiche Weise wie Jelena, jedoch ohne sie sprechen zu hören. Jelena selbst ist ein normales, jedoch äußerst frommes und tiefes Kind. Verschiedene von ihr ausgesprochene Gedanken übertreffen Horizont, Reife und Tiefe einer Elfjährigen um ein Vielfaches. Sie ist ungemein bescheiden.
Über Jelena äußert die Gospa den Wunsch nach einer Gruppe von Freiwilligen, die sich ihr und Jesus ganz zur Verfügung stellen. Diese Gruppe umfaßte im Sommer 1983 bereits 60 Menschen, hauptsächlich Jugendliche.
 
Sie halten sich an folgende Regein:
 
1. Allen Leidenschaften und ungeordneten Begierden zu entsagen, besonders schlechten Fernsehsendungen wie überhaupt dem Fernschen, Rauchen, Alkohol, übertriebenem Genuß von Getränken, Nahrung und übertriebenem Sport ...
 
2. Sich ganz und total Gott zu übergeben.
 
3. Ein für allemal jede Angst abzulegen. Wer sich Gott übergibt, in dessen Herzen gibt es keinen Platz für die Angst. Schwierigkeiten wird es immer geben, aber sie werden dem geistlichen Wachstum dienen und Gott zur Ehre gereichen.
 
4. lhre Gegner zu lieben beginnen, keinen Haß, keine Bitterkeit oder Verurteilung im Herzen tragen, sondern nur Liebe und Verzeihung. Für ihre Gegner zu beten und den Segen auf sie herabzurufen.
 
5. Zweimal in der Woche zu fasten bei Brot und Wasser. Eimmal in der Woche zusammenzukommen in der Gruppe.
 
6. Täglich wenigstens drei Stunden dem Gebet widmen, wobei Rosenkranz und hl. Messe inbegriffen sind.
 
Dazu gab die Gospa noch folgende Tips
 
"Beim Gebet nicht dauernd auf die Uhr schauen, sondern mit ganzer Hingabe sich von Gott führen lassen ... "
"Sich dabei nicht zuviel um irdische Angelegenheiten
Sorgen zu machen; denn man kann in einem solchen Zustand nicht gut beten, weil die innere Ruhe fehlt. Wenn wir uns für die Angelegenheiten Gottes zuerst einsetzen, hilft Er auch in unseren irdischen Angelegenheiten und fürt sie zur rechten Zeit zu einem guten Ende ... "
 
"Den Geist des Gebets auf das Tägewerk ausdehnen und die Arbeit mit Gebet zu begleiten ... "
"Betet, betet, betet! Durch das Gebet könnt ihr afles erlangen!"
 
7. Vorsichtig sein, weil der Teufel alle prüft, die sich entschlossen haben, sich Gott ganz zu weihen. Auch sie wird er prüfen. Er wird ihnen zureden, daß sie zuviel beten, daß sie zuviel fasten, daß sie wie alle anderen jungen Leute sein sollen, und auch Vergnügungen nachgehen. Sie sollen dem Teufel nicht gehorchen. Sie sollen auf ihre, der Gospa Stimme achten. Und wenn sie im Glauben gefestigt sind, wird ihnen der Teufel nichts mehr antun können.

8. Für ihren Bischof und die kirchlichen Vorgesetzten viel zu beten. Sie sollen wenigsten die Hälfte ihres Fastens und Betens für sie darbringen.

Über diese Gruppe scheint die Gospa in besonderer Weise zu wachen. "Vertieft euer Gebetsleben!" ist die Mahnung, die sie in letzter Zeit an sie vor allem gibt.
Man hat den Eindruck, daß die Gospa heute einfach auf alles oder nichts setzt. lhr geht es um die Erweckung von Heiligen, Menschen, die sich wirklich ihr total zur Verfügung stellen.
Ein Seelsorger von Medjugorje sagte im Sommer 1983, er vermute, daß die Gospa aus dieser heute sechzigköpfigen Gruppe von Jugendlichen entweder einen Orden oder die zukünftigen Missionare ex Jugoslawiens schult. Es scheint die Zeit vorbei zu sein, wo Gott toleriert, daß die Ihm Geweihten Ihm nur mit halbem Herzen dienen.
 
Im April 1983 stellten die Seelsorger von Medjugorje in einem Brief an ihren Bischof fest, daß viele Menschen ganz dem Alkohol, Nikotin, den Unterhaltungsprogranlmen und anderen Genüssen entsagt hätten. "Viele fasten rnehrere Male in der Woche bei Wasser und Brot. Monatlich trifft sich fast alles zu Versöhnung, Buße und Beichte. Täglich wird gebetet in tiefster Sammlung ... Etwas vom Entscheidendsten aber ist die Versöhnung alter Personen und Schichten, wo früher Spannungen oder Ablehnung bestanden. Hier fühlt man wirklich die frische Gebetsund Bußwelle, die wir heute umsonst in dieser Form in weltbekannten Heiligtümern
suchen ..."
 
Am zweiten Jahrestag, am 24. und 25. Juni 1983, waren 150.000 Pilger in Medjugorje, umgeben und beobachtet von voll ausgerüsteten Spezialtruppen des Heeres in den umliegenden Bergen. Es wurde die ganze Nacht hindurch gebetet und viele Stunden gebeichtet.
Die Botschaft aus der Erscheinung dieses Tages lautet: "Bekehrt euch! Das einzige, was ich euch sagen möchte, lautet: Bekehrt euch. Sagt dies möglichst schnell allen meinen Kindern ... Bekehrt euch!"
Im Juli 1983 wurde Pater Jozo Zovko, der Pfarrer der entscheidenden Tage, von Medjugorje in die entfernteste Ecke der Diozese und Provinz versetzt, in das abgelegene Dorf Bukovica bei Duvno, und zwar als Kaplan! Jetzt ist er Pfarrer von Tihalina, in der Nahe von Medjugorje. Hier noch ein paar Worte, die er nach seiner Freilassung in einer Predigt in Medjugorje gesagt hat:
 
"Es ist eine Illusion, den Frieden allein mit Waffen zu verteidigen. Das ist immer ein trügerischer, scheinbarer Frieden. Der echte Frieden quint aus dem Herzen, das sich Gott zugekehrt hat. Die Kriege werden mit Gebet gewonnen. Der Sieg Israels war von den erhobenen Armen des Moses, der für sein Volk betete, abhängig.

Solange these seine Hände erhoben waren, siegte sein Volk. Aber als er seine Hände sinken ließ, wurde sein Volk besiegt. Auch aus der Geschichte sind uns viele Beispiele bekannt, wo die schwächeren Armeen, durch ein Heer von Betern verstärkt, viel stärkere Feinde besiegt haben."

Wunder und Bekehrungen bezeugen die Echtheit
 
Aus Medjugorje und Umgebung werden viele Wunderberichte gemeldet, die sich entweder plötzlich oder stufenweise ereignet haben. lm Kath. Pfarramt Medjugorje sind deren über 1000 registriert. In dem Buch von Dr. Rupèiæ sind deren 52 kurz geschildert. Wir wollen hier nochmals zwei Berichte aus neuerer Zeit aus dem Buch von Ljubiæ herausgreifen, die für das Wirken der Gottesmutter in Medjugorje bezeichnend sind.
 
Eine plötzliche Bekehrung
 
Ein Pfarrer aus der Umgebung von Zagreb berichtet: Ein Mann aus seiner Pfarrei war schon lange Zeit als Atheist bekannt. Er hatte sich auch als Atheist betatigt und seine Kinder gottios erzogen. Weder er noch sonst jemand aus der Familie kam je in die Kirche. Ende 1982 wurde er krebskrank, ohne jede Hoffnung auf Genesung. Mehrere Gläubige versuchten ihn zu überreden, doch einmal zu beichten. Er wies aber solche Versuche entschieden zurück. Aus seiner Pfarrei pilgerten viele nach Medjugorje. Sie beteten für ihn in Medjugorje und auch daheim. Einmal ließen sie ihn durch eine Seherin ganz besonders der Gospa empfehlen. Nun geschah folgendes, was auch von seinen Angehörigen bestätigt wird:
Der 3. März 1983 war ein Donnerstag. Nachdem er im Bett zu Mittag gegessen hatte, brachte seine Frau das Geschirr in die Küche. Er wendete sich im Bett auf die andere Seite und sah nun plötzlich an der Wand die Gestalt der Mutter Gottes, vom Kopf bis zur Mitte. Er sah sie etwa eine Minute lang. Auch sie schaute ihn an, sagte aber nichts und lächelte ihm nur zu. Er war bei vollem Bewußtsein, wach, erschrocken. Er blickte sie an, denn so viel Schönheit hatte er noch nie in seinem Leben gesehen. Die Gospa schaute ihn durchdringend an, den Kopf hatte sie ein wenig zur Seite geneigt. Nach dieser Erscheinung weinte er nur, sagte aber nichts von seinem Erlebnis.
Am nächsten Tag erzählte er es seiner Frau und einigen anderen. Er verlangte zu beichten. Der Pfarrer kam, er beichtete und kommunizierte. Seitdem empfängt er oft die heilige Kommunion. Er ist ganz beruhigt und betet viel. Er bezeugt, wenn Gott ihm jetzt die Gesundheit geben würde, werde er nie mehr am Sonntag die heilige Messe versäumen.
Zehn Tage nach der Bekehrung besuchten ihn einige Bekannte. Der Kranke berichtete ausführlich über seine Krankheit und die Operation, die er überstanden hat, und dann noch besonders dartiber, was er erlebt und wie er sich bekehrt hat. Er zeigte dabei an der Wand die Stelle, wo er die Gospa gesehen hat. Er erklärte, daß er sich durch niemand auf der Welt hindern läßt, davon zu spre- chen. Wenn es ihm in seiner Krankheit besonders schwer wird, bittet er seine Hausgenossen, daß sie mit ihm zusammen beten. Gleich nach der Bekehrung schickte er seinen Parteiausweis zurück. Nachdem er das Buch über Medjugorje gelesen hatte, bat er seinen Sohn, daß auch er mit einer Gruppe dorthin pilgern möge. Der Sohn
erzählte nun, daß er auch das Wunderzeichen am Kreuz auf dem Križevac gesehen hat, zusammen mit anderen Pilgern. Die Bekehrung des Kranken ist weit bekannt geworden. Viele Leute besuchen ihn, und er erzählt allen von Gott und der Gospa.
 
Von Multipler Sklerose geheilt
 
Im Bulletin der Diözese Split, August 1984, Seite 10-11, wird unter dem Titel "Noch etwas über Medjugorje" folgendes Heilungswunder berichtet: "Am 13. August besuchte eine Gruppe von etwa 30 Pilgern aus Milano und Pavia auf dem Rückweg von Medjugorje den Herrn Erzbischof. Unter ihnen waren auch fünf Universitätsprofessoren. Bei dieser Gelegenheit trafen sie auch mit dem Bischof von Mostar, Herrn Pavao Žaniæ, zusammen. Sie berichteten ihm über ein Wunder, das sich in der Kirche von Medjugorje ereignet hat:
Eine Italienerin, die infolge einer Multiple Sklerose- Erkrankung völlig blind und lahm war, wurde plötzlich gesund. Sie fing an zu gehen und konnte mit dem rechten Auge, mit dem sie schon lange nichts mehr sehen konnte, wieder sehen. Arzte haben dem Bischof von Mostar eine wissenschaftlich ausgearbeitete Dokumentation über den Zustand der Frau vor und nach der Genesung übergeben.
Von nun an, so hoffen wir, wird man nicht mehr sagen können, daß es in Medjugorje kein wissenschaftlich festgesteiltes Wunder gibt. Außerhalb dieses Wunders, das sich keinesfalls widerlegen läßt, gibt es auch andere wunderbare Ereignisse, bei denen die moralische Sicherheit besteht, daß sie nicht auf natürliche Weise zustandegekommen sind und von denen Ärzte eine wissenschaftliche Dokumentation erstellt haben.
Viele Menschen nehmen Anstoß daran, daß die Gottesmutter in Medjugorje über Jahre hinweg täglich erscheint. Sie sagte einmal, daß sie der Pfarrei Medjugorje dafür dankbar ist, daß sie hier liebevoll aufgenommen und nicht wie an anderen Orten abgewiesen wurde. Vielleicht ist dies mit ein entscheidender Grund dafür, daß die Gottesmutter hier immer noch täglich erscheint.
 
Eriebnisbericht von Pfarrer Werner Schur
 
Den Gesamteindruck von Medjugorje möchte ich als einen überwältigenden bezeichnen. Warum? Weil der Glaube und die Frömmigkeit und die Herzlichkeit der Bevölkerung für uns blasierte Mitteleuropäer geradezu ein Schock sind. Ich habe viermal bei der hl. Messe konzelebriert und dabei Kommunion ausgeteilt. Dabei habe ich die Gesichter aus geringer Nähe gesehen. Solches Versunkensein im Gebet bei allen, man ist sprachlos. Am meisten ist man überrascht von den Jugendlichen, Burschen, Mädchen, Männern. Während bei uns das kirchliche Leben oft nur Frauen und altere Menschen tragen, ist hier jede Bevolkerungsschicht in der richtigen prozentuehen Verteilung da: Massen von Männern, Dreißigjährige, Vierzigjährige, und these Männer fromm zum Erwei- chen. Bildhübsche, modern westlich gekleidete Mädchen, großgewachsene, rassige Burschen.
Das Volk, das bei uns in den Diskotheken "wohnt", ist täglich drei Stunden in der Kirche, und es ist ihnen keinen Augenblick fad. Die Patres predigen täglich ca. eine halbe Stunde. Und das in einem (ex) kommunistischen Land, wo jeder Jugendliche genau weiß, daß ihm dieses Kirchengehen den Arbeitsplatz kosten kann!
Wenn die Leute am späten Nachmittag heranströmen, wenn die Kirche sich zu füllen beginnt, redet ein Pater über die Bekehrung und zwar ganz praktisch übers Beichten. Er macht eine gemeinsame Gewissenserforschung, Sündensuche und dann schickt er die Leute ins Freie: Dort - ich traute meinen Augen nicht - saßen auf zehn Stühlen unter Bäumen, im Feld, in der Wiese, an der Kirchenmauer, zehn Priester, vor jedem eine kleine Menschenschlange, gerade so weit entfernt, daß die vordersten von den Beichtenden nichts verstanden. Einer nach dem anderen ging vor, kniete vor dem Priester nieder, flüsterte, der Priester redete ihm zu, Lossprechung, Kreuz, der nächste. Am Sonntag dürften an die 300 Personen gebeichtet haben. An Werktagen sind es weniger, auch weniger beichtsitzende Priester. Auch wir zwei österreichischen Priester wurden eingetelt. Aber die mit einem Bus ankommenden Deutschsprachigen verschonten uns. Es sind keine Kroaten. Keiner beichtet.
 
Die Herzegowina war immer schon ein tieffrommes Land. Erst in den letzten Jahren geschah auch in Medjugorje der moderne Einbruch der "neuen Sitten". Die Manner im Gasthaus beim Alkohol, die Jugend in der Diskothek. Fernsehen, Vergnagen, Materialismus, viele Feindschaften, Haß, Neid, Ehebruch usw.
Vier Tage vor Beginn der Marienerscheinungen brannte die Diskothek infolge eines Blitzschlages ab. Die Trümmer rauchten während der ersten Erscheinung noch. Die Jugend sah darin ein Zeichen und hat ihren arabendlichen Treff ins Gotteshaus verlegt. Heute sind Alkoholismus, Ehebruch und Feindschaft in Medjugorje kein Problem mehr. Die Menschen haben Gott gefunden und sind darin glücklich. Ganz gewiß ist these für einen Mitteleuropäer unvorstellbare und unbegreifliche Massenbekehrung auch das Werk einer hervorragenden Seelsorge der Franziskaner, die sich dem Volksdrang stellten und ihn kirchlich kanalisierten. "Wir müssen auch zu dem, was die Gottesmutter sagt, Stellung nehmen", sagte uns ein Pater, "es geht nicht anders."
Freilich, nur als das Werk der menschlichen Seelsorge ist dieser Riesenerfolg unerklärbar. Hier zeigt sich eine größere Macht augenscheinlich, und das spricht far mein Empfinden für die Echtheit der Erscheinungen.

 

Mit den Sehern konnten wir der Sprachschwierigkeiten wegen kein Wort reden. Ich wurde taglich beim An- und Ausziehen des MeBgewandes von ihnen in der Sakristei bedient. Vielleicht haben meine Augen gesprochen. Viel- leicht hat Marija, die mich taglich bediente, mein Reden- wolien, meine Hilflosigkeit mir angesehen; denn ihre Geste und ihr Blick schienen mir eine Antwort: ein liebe- volles ,tut niir leid". Aber eines ist gewii3: Dieses Kind hat eine Ausstrahlung, die ich sonst nie in meinem Leben bei einer Gleichaltrigen sah.
Dabei sind these Jugendfichen einer Belastung ausge- setzt, die sich der Aul3enstehende nicht vorstellen kann: ttiglich Feld- und Hausarbeit, Schule, abends die dreistiin- digen Gottesdienste. Einige Minuien davon die Zeir des Schauens der Erscheinung. Dann anschlie8end der Men- schenansturm. Bei mir in meiner Pfarrei kommt ein sol- cher Menschenansturm auf mich als Pfarrer hochstens zwei- oder dreimal im Jahr vor, und dann bin ich bercits grantig und ungenie8bar.
Bei diesen Jugendlichen geht es so seit zwei Jahren Abend fair Abend. Und sic sind nett, freundlich und nor- mal. Soviel weii3 ich aus 13 Jahren Schulunterricht und Jugendarbeit: wie schneu Kinder und Jugendliche Star- alloren annehmen, wenn sic auch nur einige wenige Wochen lang ini Mitteipunkt stehen. Diese Jugendlichen blieben normal, ,enttAuschend normal" nannte sic der Pater. Und these Jugendlichen haben nicht die Spur des Stolzes an sich.
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Manche Menschen kommen, um sich fiber die Marien- erscheinungen lustig zu machen, nicht selten sogar Prie- ster, andere mit grol3er Skepsis. Viele kommen aus purer Sensationsgier.
Die Seher erkennen das Motiv des Kommens sehr schnell, und dem religios suchenden Menschen geben sie mit von innen kommender Herzlichkeit und Geduld Aus- kunft, vor den anderen ziehen sie sich zurack.
Das seelische Unberithrtsein von jeglicher Verbogen- heit, die Natfirlichkeit der Seher und jene Ausstrahlung, die ich nicht in Worte fassen kann, sind mir der zweite Hinweis fiir die Echtheit des Ganzen. Mir scheint eine iibernatiirliche Handschrift der Ereignisse erkennbar, jedoch nicht bei den Erscheinungen selber, sondern in ihren Auswirkungen und dazu 198t sich aus der Hi. Schrift argumentieren: <<An ihren Frikchten werdet ihr sie erkennen.>>
Die Friichte von Medjugorje sind gut. Sie sind eine gelungene Bekehrung vieler Tausender, etwas, was bei uns in Osterreich unerfiillbares Wunschdenken ist, bis jetzt jedenfalls.
Wir harten, dai3 die Ausstrahlung des religi6sen Frilh- lings heute in Jugoslawien ae Provinzen erfa8t hat. Das hei6t: sie geht bis Slowenien, bis zur asterreichischen Grenze.
Ich bete zu Gott, daB sie dort nicht halt macht.
Ich bin aus Neugierde hingefahren und wenn ich ehr- lich bin: Im Hinterkopf versteckt war bei mir wohl der Gedanke, irgend etwas vom Obernattirlichen mitzube- kommen. Mitgekriegt babe ich etwas anderes: Ich glaube wieder an die Volkskirche. Wenn man bei uns den stdndi- gen Riickgang der Jugendlichen beim Gottesdienst sieht;
 
wenn man sieht, wie aus der Kirche afler eine Kirche der Kinder, Frauen und alten Leute wird und spater nur noch eine Kirche der alten Leute, dann beginnt man in seinem Innersten irgendwo zu resignieren.
Ich spreche mit diesen Gedanken nicht die Erfahrungen in meiner eigenen Pfarrei aus. Dort ist es noch nicht so. Aber ich sehe die Entwicklung auch hierher kommen. Ich habe Jahre hindurch unser Volk eigentlich ftir unbekehr- bar gehalten. Die fort sind vom Glauben, bleiben fort. So dachte ich lange. Und wenn ich an religiose Wiedererobe- rung glaubte, dann nur bei einigen Gruppen, wie es sie bei den Fokolarini oder bei der Charismatischen Bewegung und ahnlichen gibt. Dai3 das ganze Volk, vom Kind bis zum Opa und in der Hauptsache zwanzig- bis fiinfzigjtih- rige Manner und Frauen, die Kirche mit Freude fallen, daran glaubte ich nicht mehr. Jetzt glaube ich wieder dar- an, denn ich habe acht Abende lang gesehen, acht Abende zu je drei Stunden. Ich glaube wieder an die Men- schen.
Das ist mein Mitbringsel von Medjugorje. Ich glaube wieder an die religiose Ansprechbarkeit der Menschen, aller Menschen, auch wenn ich das Erfolgsrezept der Her- zegowina nicht nach Osterreich zu ilbertragen weib. Ver- mutlich ist das Erfoigsrezept doch die Gottesmutter und nur sie im Verein mit der gottlichen Gnade.
 
Pfarrer Werner Schur
(Dieser Teil-Bericht ist der Osttiroler Zeitung entnommen.)
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Pilgerfahrten nach Medjugorje
In verschiedenen Publikationen werden falsche Berichte betreffs Pilgerfahrten nach Medjugorje veraffentlicht, gemab denen das WaUfahren nach Medjugorje verboten sein soU. Es scheint uns daher notwendig, ein klarendes Wort an dieser Stelle zu veraffentlichen. Richtig ist ntiin- Uch folgendes:
Die Bisch6fe Jugoslawiens haben ain 12.10.1984 eine Erkltirung abgegeben, in der es hei8t:
<<Die Bischofe haben sich mit den Vorgangen in Medju- gorje/Herzegowina beschaftigt. Eine Bewertung der Be- deutung der dortigen Ereignisse wird erst nach grfind- lichen und sachkundigen Untersuchungen moglich und steht ausschliel3fich den zustandigen kirchlichen Antoritti- ten zu. Deshalb k6nnen keine offizielien Wallfahrten nach Medjugorje organisiert werden. Man darf das Urteil der fiir das kirchliche Leben Verantwortlichen nicht prtijudi- zieren)> (AKSA, Nr. 42 (753) vom 19.10.1984, S. 2).
Daraus ergibt sich folgendes: Pilgerfahrten nach Med- jugorje dikrfen von kirchlichen Stellen oder Personen nicht offiziell organisiert werden, damit nicht der Ein- druck entsteht, die Kirche hatte ein positives Urteil fiber die angeblichen Marienerscheinungen in Medjugorje schon gemilt. Das heii3t aber nicht, dai3 keine (also inoffi- ziellen) Pilgerfahrten nach Medjugorje stattfinden diirfen.
In diesem Sinne tiubert sich auch die Redaktion der kroatischen kath. Zeitung Jugoslawiens, ,Glas Koncila", in einer Antwort auf die Frage ihrer Leser. Da heit3t es: <<... Es stimmt nicht, daB der Bischof das Wallfahren nach Medjugorje verbietet. Jeder Gltiubige hat ntimlich das Recht, andichtig, mit anderen zusammen oder allein,
 
jede Kirche auf der Welt aufzusuchen, die ihn als Mittel- punkt einer gewissen Frtsmmigkeit oder als QueHe bestimmter geistiger Bewegungen anzieht. Es stimmt aber, dal3 kein Priester eine Wallfahrt nach Medjugorje so fiihren darf, wie man die WaUfahrten nach L4Durdes oder Fatima fikhrt. Er ist namuch verpflichtet, die Glaubigen darauf aufmerksam zu machen, dai3 Ober die Ereignisse in Medjugorje noch kein kirchliches Urteil besteht, und somit ki5nnen PfarrwaUfahrten in diesem Sinne nicht offiziell sein)> (Glas Koncila, Seite 8 vom 18. Nov. 1984).
Einfach ausgedrtickt hei]3t dies, dal3 kirchlich organi-
sierte Pfarrwallfahrten erst moglich sein werden, wenn der Vatikan dazu grilnes Licht gibt.
In diesem Zusammenhang mul3 auch gesagt werden, dal3 eine erweiterte kirchliche Untersuchungskommission in Jugoslawien ihre Tatigkeit aufgenommen hat. Da es sich bei diesen Marienerscheinungen um eine Angelegen- heit handelt, die die ganze Weitkirche betrifft, ist Rom an dem Ergebnis sehr interessiert. Medjugorje wird von vie- len als die weiterfiihrende Erscheinung von Fatima betrachtet, die seit vielen Jahren von der Kirche aner- kannt ist und die auch von Papst Joh. Paul 11. sehr ernst- genommen wird. Er selbst 1913t sich fiber die Vorgtinge in Medjugorje laufend unterrichten, und wir darfen erwar- ten, daf3 die offizielle Kirche friiher oder spitter fiber these Marienerscheinungen eine positive Erkitirung abgeben wird. Beten wir for alle Verantwortlichen, dai3 sie bald im Sinne Gottes entscheiden werden.
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56
 
Kirchliche Stellungnahmen zu
den Marienerscheinungen in Medjugorje
Die Meinung des HI. Vaters fiber Medjugorje
Im Januar 1988 zogen drei brasdianische Bisch6fe und 33 Priester nach Medjugorie zu Exerzitien. Auf dem Hinweg besuchten sie den HI. Vater und feierten init ihm die hedi- ge Messe in seiner Privatkapelle. Bei dieser Gelegenheit verrieten sie ihm, dai3 sie auf dem Weg nach Medjugorje seien. Daraufhin hat ihnen der HI. Vater Mut zugespro- chen, sie gesegnet und sich ihrem Gebet in Medjugorje empfohlen. Das sagt mehr als tausend Worte.
 
Kurdinal Gordon Gray, FAnburgh.
>>Ich weib, dal3 der Papst das Marianische Jahr wegen der Botschaften der Muttergottes in Medjugorje gewollt hat. Ich weib, daB der Papst die Erscheinungen von Medju- gorje privat annimmt, ... weil das, was die Wahrheit die- ser Erscheinungen bestiitigt, die vielen Frachte sind.<<
Bischof Antonio Nflstrorigo, IWAso:
@>Der Papst scheint die Lage gut zu kennen und aufmerk- sam zu beobachten. Er stellt fest, dai3 dort nichts Boses geschieht, wo man zu beten verpflichtet.(<
 
Kurienkardinal Joseph Ratzinger, Rom:
))Das Verbot offi6eller Pilgerfahrten bedeutet nicht, da]3 private Gruppen von Pilgern nicht nach Medjugorje wall- fahren diirfen.<<
 
 
 
Prof. Pater Robert Faricy, Universitiit Gregoriana, Rom:
>>Die unverftlschte Lehre, die menschlichen und geistli- chen Qualitaten der sechs jungen Sehenden und die posi- tiven Friichte, sind das beste Argument fikr die Echtheit. Medjugorje sollte nicht nur ein nationaler, sondern auch ein internationaler Waflfahrtsort sein.(( - >>Mein alige- mcines Urteil fiber die Echtheit der Erscheinungen ist sehr positive Aufgrund der tiuberlichen und geistlichen Aktivitaten wtirde ich sagen, daB these grober ist als in Lourdes und Fatima.<(
 
Bischof Francesco Carboni, Macereta sagt:
>>Wenn ich irgend eine WaUfahrtskirche besuche, dann setze,ich mich in den Beichtstuhl, und aus den Beichten erkenne ich den Wert dieses WaUfahrtsortes. Ich war in Medjugorje, ich habe nicht nach den Sehern gesucht. Ich habe zwei Tage lang Beichten abgenommen, und das hat mir geniigt, um zu verstehen, dai3 in der Waflfahrtskirche von Medjugorje Gott anwesend ist, Maria anwesend ist.<<
Erzbischof Dr. F@ane Franic, SpUt:
>>Zweimal konnte ich bei den Erscheinungen anwesend sein ... Mir wurde dabei noch klarer, dai3 es da keine Ttiu- schung gibt, keine Manipulation, keine Halluzination, sondern, dal3 es sich um ernste religiose Eriebnisse han- delt.<< - >>So war ich also einige Male dort; und ich iiber- z,eugte mich, dal3 die Scher nicht Ingen. Wir Bischdfe haben erklaft, dai3 wir keine offiziellen Wallfahrten leiten werden. Die privaten WaUfahrten haben wir aber zugelas- sen, damit sie sich entfaiten kdnnen. Ich sehe keinen Grund, daB die Pilgerfahrten der Gitiubigen verboten werden sollten. Ich habe Ikusende Pilger gesehen, auch 58
etwa 20 Bischtsfe aus Deutschland, Italien, Frankreich, Amerika, Ag"ten, die privat nach Mcdjugorje kamen. Die Pilger kamen von Medjugorje aufgebaut zuriiek, mit Begeisterung ... <<
 
Kardinal Frantisek Tomawk, Prag:
>>Ich pers6nlich bin von den Erscheinungen von Medju- gorje tief tiberzeugt und bin tief dankbar ... Personlich bin ich tief tiberzeugt, dafi Medjugorje die Fortsetzung von Lourdes und Fatima ist. Die kirchliche Kommission hat sicherlich das letzte Wort, aber die Botschaften miis- sen wir schon jetzt mit Freude annehmen und leben.K<
 
Bischof Paolo HnMca SJ, Rom, langjiihriger Vertrauter von Papst Johannes Paul 11. und Mutter Teresa:
>>Das Schweigen der Kirche ist eigentlich positiv zu deu- ten. Sie mii8te ntimlich schreien und starke Gegenmaf3- nahmen ergreifen, wenn etwas Falsehes oder Ge%hrliches an den Erscheinungen oder ihren Folgen ware. ... lhr Schweigen bedeutet vorsichtig ausgedriickt: bis jetzt ist alles in Ordnung. ... Viele tausende Priester besuchten Medjugorje in den letzten Jahren und sind Zeugen der Geschehnisse, insbesondere der Veranderung in den Her- zen der Gittubigen. Wenn these Priester auch keine offi- ziehe Kommission darstellen, so sind sie doch aufgrund ihrer theologischen Ausbildung und wegen ihres Amtes glaubwiirdige Zeugen fiir die Kirche. ... Im Fall Medju- gorje ist das Phtinomen weiter durch hunderte Sachver- stlndige gepraft und beurteilt worden, und das durch- wegs positive ... Je 6fter ich in Medjugorje war und je Itinger ich mit den Sehern gesprochen habe, umso mehr bin ich personlich von der Echtheit der Erscheinungen ilberzeugt.<<
 
 
 
Die Gottftmutter wiinscht,
dai3 in den Familien die Bibel einen Ehrenplatz einnimmt. Im Zusammenhang mit dem Rosenkranzgebet soil taglich auch aus der Bibel vorgelesen werden. Dem Familiengebet soil grundsatzlich der Vorzug gegeben werden.
Die Gottesmutter wianscht weiter, dai3 wir ttiglich die ht Messe besuchen und Jesus in der hl. Kommunion empfangen und 6fter zur Beichte gehen.
Gebetsgruppen
Unz2ihlige Pilger, die schon einmal in Medjugorje waren und an die Botschaften der Gottesmutter glauben, blie- ben nach ihrer Rtickkehr nicht untatig. Sic suchten Gleichgesinnte und begannen mit diesen Gebetsabende zu halten. So entstanden in vielen landern Gebetsgruppen, entsprechend dem Wunsch der Gottesmutter.
Die Beter versammeln sich regelmtibig zurn Gebet, lesen in der HI. Schrift und pflegen Gedankenaustausch. Wer sich einer bestehenden Gebetsgruppe anschlie8en oder eine neue griinden will, kann sich, falls er Untersttit-
zung braucht, an eine der folgenden Adressen wenden:
 
Deutschland. Medjugorje Deutschland e. V, Raingasse 5, D- 7914 Beuren, Tel. 0 73 02 / 40 14.
Schweiz: Gebetsaktion Medjugorje, DorfbUck,
 
CH-6166 Habschwanden-Hasle, Tel. 0 41 / 72 31 78
Frau Vreni Ulmann, Multstr 10, CH-9202 Gossau
Tel. 071 / 85 51 58
C)sterrelch. Gebetsaktion Medjugorje, Postfach 18,
A-1153 Wien, Tel. 02 22 / 3 12 49 92